RADLOBBY.AT kritisiert fehlende Fahrradmitnahme im ÖBB-Railjet

Massive Verschlechterungen bei "Bike&Rail" im Fernverkehr
zeichnen sich ab
Im Zugfernverkehr droht eine massive Verschlechterung bei der
Fahrradmitnahme. Die Plattform RADLOBBY.AT kritisiert, dass in den
neuen Hochgeschwindigkeitszügen der ÖBB vom Typ "Railjet", die mit
Fahrplanwechsel im Einsatz sein werden, keine Fahrräder mitgenommen
werden. Negative Auswirkungen auf die sinnvolle
Verkehrsmittel-Kombination Bahn - Rad sind daher vorprogrammiert.
"Das Fahrrad passt nicht zu Hochgeschwindigkeitszügen", heißt es dazu
von den ÖBB. Begründung: Zeitverlust durch das Ein- und Ausladen der
Fahrräder und auf Saison und bestimmte Zeitsegmente begrenzter Bedarf.
"Mehrzweckabteile im Fernverkehr würden also die meiste Zeit als
ungenutzte Abteile geführt werden", so die Bahnverantwortlichen.
Dazu ist festzuhalten, dass für die zur Zeit verkehrenden
EuroCity-Züge "Fahrradmitnahme begrenzt möglich" gilt, und der
Fahrradtransport in einem Gepäcksabteil erfolgt, das mit Haken zum
Aufhängen der Räder ausgestattet ist. Wenig schlüssig ist die
Begründung, dass einerseits kaum Bedarf am österreichweiten
Fahrradtransport gibt und andererseits große Zeitverluste durch
Manipulation drohen.
Positiv-Beispiel Schweiz
Dass die Fahrradmitnahme in Schnellzügen funktioniert, zeigt die
Schweiz, wo die Mitnahme gegen Reservierung Standard ist. Besonders
bei den IC-Doppelstockgarnituren nimmt hier eine Radverladung durch
den niveaugleichen Zugang ins Mehrzweckabteil nicht mehr Zeit in
Anspruch als das Ein- und Aussteigen eines Fahrgasts. Leider
orientieren sich die ÖBB an den DB mit ihren - "fahrradfreien" - ICE
und nicht an den SBB.
RADLOBBY.AT weist zudem ausdrücklich auf die mit Monatsbeginn in Kraft
getretene EU-Verordnung zum Eisenbahnverkehr (1371/Kap.5) hin, die
auch die Pflicht zur Ermöglichung von Fahrradmitnahme in allen Zügen
vorsieht, "solange dies den betreffenden Schienenverkehrsdienst nicht
beeinträchtigt." Es ist wohl kaum von "Beeinträchtigung" zu sprechen,
wenn dem Bedürfnis zahlreicher Fahrgäste nachgekommen wird, und so
auch die ÖBB ein deutliches Zeichen pro Umwelt und Nachhaltigkeit
abgibt. RADLOBBY.AT teilt die Rechtsmeinung von ADFC (Deutschland) und
VCS (Schweiz), dass auch der Railjet der EU-Verordnung zu entsprechen
hat.
Ende 2009 keine Möglichkeit mehr über den Arlberg
Auf der Westbahn ist die Railjet-Einführung zunächst kein größeres
Problem, da es parallel zum Railjet-Stundentakt auch einen
IC-Stundentakt geben wird, welcher bei Einrichtung der Railjet Wien -
Zürich alle zwei Stunden bis Landeck verlängert wird. Sehr wohl ein
Problem ist aber, dass es voraussichtlich ab Dezember 2009 keine (!)
Möglichkeit mehr gibt, Fahrräder über den Arlberg zu transportieren.
Auch die Nachtzüge nach Westen bieten keinen Fahrradtransport.
Auf der Südbahn ist der Einsatz der Railjets ab 2011 geplant, und zwar
als Ersatz für IC/EC-Garnituren. Das verschärft die Problematik
fehlender Fahrradmitnahme wesentlich.
Neben der Aufforderung an die ÖBB, ihre "Düsenflieger auf Schienen"
mit Mehrzweckabteilen aus- bzw. nachzurüsten, drängt RADLOBBY.AT
generell darauf, die Fahrradmitnahme auch bei geplanten
Schienenersatzverkehren sowie in Nacht- und Autoreisezügen
sicherzustellen. "Wir appellieren im Namen der radfahrenden Bahnkunden
an die ÖBB einzulenken und mehr Flexibilität zu zeigen", heißt es von
RADLOBBY.AT.
via RADLOBBY.AT











Kommentare
Kommentar hinzufügen