Der Wahlsonntag auf Facebook

Hysterische Moderatoren versuchen die Wartezeit bis zur ersten handfesten Zahl möglichst spannend zu machen. Welcher Kandidat wo, wann gewählt hat, Wahlbeteiligung, Welcher Kandidat wo, wann feiern wird, nochmal Wahlbeteiligung, höher als letztes Jahr, gespanntes Warten
Wahlsonntag.
Alle versammeln sich um den Fernseher, schalten das Radio an und wollen es endlich wissen. Ein Fest für die guten alten Massenmedien, wenn es dann Schlag auf Schlag geht und die Zahlen durch den Äther rasseln. Danach Seufzen, Enttäuschungen, Jubeln, schließlich die Kommentare der ZuseherInnen.
Diese werden bei dieser Wahl erstmal von vielen im Netz, genauer: in sozialen Netzwerken kommuniziert. Während ich den Ausgang der Landtagswahlen neben dem Radio verfolge und versuche aktuelle Infos im Netz zu lesen kommen zahlreiche Wortmeldungen per Chat und in erster Linie via Facebook, das in Vorarlberg breit genutzt wird.
Auf der Fanseite des Landeshauptmanns sind - wie könnte es anders sein - alle von ihrem Häuptling begeistert, Fragen&Antworten oder gar Diskurs sucht man hier vergeblich. Ebenso ist in allgemeinen Gruppen oder Foren kein substantieller Diskurs zwischen den Fronten zu finden. Fanseiten für diese und jene Partei, eine Gruppe "Zero Tolerance - Egger muss gehen!" aber keine Konfrontation.
Die findet offenbar dort statt, wo man sie nicht vermuten würde, und zwar auf den Pinnwänden von Facebook-Freunden. Interessant sind diese Dialoge einerseits, da dort plötzlich Freunde einer Person miteinander debattieren, die sich bis dato nicht voneinander wußten. Durch die personenzentrierten Kommunikationskanäle die in sozialen Netzwerken entstehen, bekommt jeder jene Diskussionen und Wortmeldungen zu sehen, die er/sie sich mit seinem Freundeskreis ausgesucht hat. Und auch mit jenen Leuten die man sich mal aus irgendeinem Grund ausgesucht hat, können ganz neue Diskussionsthemen entfacht werden. Wie zum Beispiel am heutigen Abend eine Diskussion zum Wahlergebnis, die ich sehr spannend fand, da in einem solchen "Freundes"kreis einer Person gegensätzliche politische Lager vertreten waren. Hier kann es zu intensiveren Auseinandersetzungen kommen, befinden sich die Pinnwanddialoge doch auch in einer gewissen geschützten, teilöffentlichen Umgebung, in der man sich vielleicht noch eher traut, zur Sache zu gehen, als auf der Fanseite eines Politikers. Aus diesem Grund habe ich die Namen in der im folgenden wiedergegebenen Pinnwand-Diskussion durch fiktive Namen ersetzt. Lesenswert, wie in einer kurzen Diskussion einiger Jungwähler das Thema Nummer 1 des vergangenen Wahlkampfs nochmal zusammengefasst wurde. Ebenfalls bemerkenswert, wie aus ein Paar im Lustenauer Dialekt hingeschriebenen "Meldungen" eine ernste Debatte in Hochdeutsch wird und wie es nach 2 Stunden Diskussion von rechts immer stiller wird.
Diese werden bei dieser Wahl erstmal von vielen im Netz, genauer: in sozialen Netzwerken kommuniziert. Während ich den Ausgang der Landtagswahlen neben dem Radio verfolge und versuche aktuelle Infos im Netz zu lesen kommen zahlreiche Wortmeldungen per Chat und in erster Linie via Facebook, das in Vorarlberg breit genutzt wird.
Auf der Fanseite des Landeshauptmanns sind - wie könnte es anders sein - alle von ihrem Häuptling begeistert, Fragen&Antworten oder gar Diskurs sucht man hier vergeblich. Ebenso ist in allgemeinen Gruppen oder Foren kein substantieller Diskurs zwischen den Fronten zu finden. Fanseiten für diese und jene Partei, eine Gruppe "Zero Tolerance - Egger muss gehen!" aber keine Konfrontation.
Die findet offenbar dort statt, wo man sie nicht vermuten würde, und zwar auf den Pinnwänden von Facebook-Freunden. Interessant sind diese Dialoge einerseits, da dort plötzlich Freunde einer Person miteinander debattieren, die sich bis dato nicht voneinander wußten. Durch die personenzentrierten Kommunikationskanäle die in sozialen Netzwerken entstehen, bekommt jeder jene Diskussionen und Wortmeldungen zu sehen, die er/sie sich mit seinem Freundeskreis ausgesucht hat. Und auch mit jenen Leuten die man sich mal aus irgendeinem Grund ausgesucht hat, können ganz neue Diskussionsthemen entfacht werden. Wie zum Beispiel am heutigen Abend eine Diskussion zum Wahlergebnis, die ich sehr spannend fand, da in einem solchen "Freundes"kreis einer Person gegensätzliche politische Lager vertreten waren. Hier kann es zu intensiveren Auseinandersetzungen kommen, befinden sich die Pinnwanddialoge doch auch in einer gewissen geschützten, teilöffentlichen Umgebung, in der man sich vielleicht noch eher traut, zur Sache zu gehen, als auf der Fanseite eines Politikers. Aus diesem Grund habe ich die Namen in der im folgenden wiedergegebenen Pinnwand-Diskussion durch fiktive Namen ersetzt. Lesenswert, wie in einer kurzen Diskussion einiger Jungwähler das Thema Nummer 1 des vergangenen Wahlkampfs nochmal zusammengefasst wurde. Ebenfalls bemerkenswert, wie aus ein Paar im Lustenauer Dialekt hingeschriebenen "Meldungen" eine ernste Debatte in Hochdeutsch wird und wie es nach 2 Stunden Diskussion von rechts immer stiller wird.
Stefan 25% kellernazipartei 25% volksverbloedung 25% rückschritt 25% zurueck in die vergangenheit. mach dich auf etwas gefasst europa!
vor 4 Stunden · Kommentieren · Gefällt mir / Gefällt mir nicht mehr
8 Personen gefällt das.
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Markus
he abr die die sich vo deam idiot verblöden lau hond könnend vorher ned gschiedr gsin sin!
vor 4 Stunden
he abr die die sich vo deam idiot verblöden lau hond könnend vorher ned gschiedr gsin sin!
vor 4 Stunden
Stefan
blaue flecken hat die demokratie in vorarlberg
vor 4 Stunden
Helga
aber wie! *kotz*
vor 4 Stunden
Markus
steht uns nicht!
vor 4 Stunden
Helga
blau bian i am wochenende, aber sicher nicht in der politik!
vor 4 Stunden
Helga
Man darf bemerken: "So hat es angefangen! Schon einmal hat uns so eine Kraft in den Krieg geführt mit über 50 Millionen Toten."
vor 3 Stunden
Blauer
in die andre richtung (dir rota zbsp) isch ou nid bessr. dia liebäugln mitm kommunismus und der heat aloa ir udssr untr stalin 55 millionen menscha sleaba kostat
vor 3 Stunden
Markus
as redet ou niemand für extrem links, nur gegen extrem rechts!
vor 3 Stunden
Blauer
egal ;) Meinungsfreiheit!
vor 3 Stunden
Markus
jo zum glück sus gäbs in hohenems 2 weisenkinder und 25% weniger österreicher!
vor 3 Stunden
Markus
hopsasa, waisenkinder
vor 3 Stunden
Markus
eher an schützengraben!
vor 3 Stunden
Blauer
naja... ma darf jo jetzt in vielen öffentlichen bereichn d sacha num bim nama nenna.
vor 3 Stunden
Markus
also i wär glücklicher wennd die eben getätigte aussage näher erläutern könntesch!
vor 3 Stunden
Leo
@Blauer: beispiele?
vor 3 Stunden
Blauer
es goht jo nid um juden. abr i will mini meinung säga künna und wenn des a kritik anam jude isch, denn will i deis eam ou säga könna ohne das an suuhorrli glei zur Staatsanwaltschaft rennt. Juden sind nix bessr wie alle andra lüt. nur wenn ma si kritisiert würd us dem a riesen theatr gmacht, als ob se an freibrief für alles hettn.
vor 3 Stunden
Markus
haha, kritisiern, wenns irgendwie sachlich gsin wär het mas vllt als kritik tarnen könna, abr do hilft ned mol mehr camouflage-design und tarnnetz!
vor 3 Stunden
Blauer
@ Leo:
das mohammed i hütiga zita an kinderschänder wär, sobald zu dinam land stohsch würsch als nazi abgsteplat, usw...
vor 3 Stunden
Markus
haha, kann mer bitte mol jemand erklöra wies der typ gschafft heat zum sich do inloggn?
vor 3 Stunden
Leo
haha die antwort übertrifft jo mine kühnsten erwartungen :)
aaalso: 1. war hanno loewys kritik an dem wahlslogan gerechtfertigt
2. hanno loewy an "exiljuden aus amerika" nennen sicher nid "d sacha bim nama nenna", weil es einfach nid der wahrheit entspricht
3. gohts jo nid um die kritik an loewys einmisch sondern darum dass die formulierung vöm egger ganz klar neonazi-diktion isch, er damit ressentiments schüre wollte und es ou klar isch was für a gruppe er damit aspreche wollt!
vor 3 Stunden
Blauer
also des als neonazi- diktion odr gar als antisemitsch zum vrstau isch so als würd ma säga: linke/ autonome vermummte jugendlichen gond demonstrieren weil si sich was usm thema mahan und nid zum sich zuasuffa und demoliera. i woass passt jetzt nid ganz her, abr heat usa müassa :)
vor 3 Stunden
Markus
wtf, i würd kle weniger reda, käm vllt ned soviel unsinn!
vor 3 Stunden
Leo
netter ablenkungsversuch ;)
säg mir bitte wieso egger des "aus amerika" anhängt, obwohl er woaß dass loewys us frankfurt kummt ...
und as hät schö an grund wieso a neonazi-site wie alpen-donau eggers "kritik" unterstützt ...
vor 3 Stunden
Stefan
Blauer, deine meinung wird dir ja nicht verboten, absolut nicht, sie wird kritisiert und wir koennen froh sein in einer kritischen geselschaft zu leben. ich sehe einfach eine kurzsichtigkeit in dieser hasserfuelten politik. ihre vorstellung von einer funktionierenden integrationspolitik ist einfach absurd. das die integration im moment nicht funktioniert ist auch mir klar, aber ich kippe kein oel ins feuer.
vor 3 Stunden
Helga
Zur Hölle mit diesem "scheiß" Fanatismus, diesen Hasstiraden und dieser Intoleranz gegenüber Ausländern! *Beschämend* ...es wörand immr die falsche lüt erschossa!"
vor 3 Stunden
Stefan
links-rechts, des isch immer an kreis, radikal sind sie sich gleich, aber sag mir, welche radikalen kandidieren in vorarlber? die gruenen hier sind mehr als buergerlich.
vor 3 Stunden
Dieter
@ Blauer:
wenn du das so abwegig findest(es als antisemitisch zu bezeichnen), dann heb dich von der rechten masse ab die das tut und erklär mir, warum? mehr als genug spricht dafür, dagegen allerdings nichts.
sieh diese aussage doch nicht nur für sich, sie sie mal im kontext.
warum wurde diese aussage getätigt?
(und bitte erklär mir nicht du denkst ernsthaft egger wollte sich wirklich nur gegen "ungerechtfertigte" kritik wehren!)... Mehr lesen
was sagt uns diese aussage in zusammenhang mit der oben angeführten "ungerechtfertigtkeit"?
egger meint also, jemand das recht an freier meinungsäußerung, an kritik, absprechen zu können.
in welche richtung deutet er da?
wem hat er dieses recht abgesprochen?
1. hanno loewy,
2. david pountney,
beides ausländer, einer davon jude.
wie wurde das begründet? eben damit, dass sie ausländer sind, und loewy ein jude.
Ja, das ist antisemitismus.
egger meint also, jemand das recht an freier meinungsäußerung, an kritik, absprechen zu können.
in welche richtung deutet er da?
wem hat er dieses recht abgesprochen?
1. hanno loewy,
2. david pountney,
beides ausländer, einer davon jude.
wie wurde das begründet? eben damit, dass sie ausländer sind, und loewy ein jude.
Ja, das ist antisemitismus.
kannst du mir ein paar antworten liefern?
vor 2 Stunden
vor 2 Stunden
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Kommentare
der diskurs ist das einzig erfreuliche heute morgen
danke - echt!
ich bin schon vom glauben abgefallen und war nicht nur angeekelt vom wahlergebnis (scusi, plani - doch absolute mehrheiten sind ebenso kein zeichen von gut funktionierender demokratie - insbesondere, wenn sie auf nichts als gewohnheit basieren), sondern auch von der stummheit. im netz. als ich gestern in der bregenzer innenstadt von einer orf-praktikantin die vorläufigen wahlergebnisse präsentiert bekam, wurde mir erst mal schlecht. und ich hätte am liebsten an der pipeline vorarlberger gefragt, weshalb jeder vierte fpö gewählt hat. im netz statt dessen fand ich keinen muckser - viele vorarlberger sind in meinem fb-netz und zwar vorarlberger mit meinung.
deshalb freut es mich umso mehr, dass nicht nur dort, sondern auch hier diskutiert wird.
die komischen dütschen mögen extrem sensibel in dieser thematik sein - doch auch wenn ich viele deutsche eigenschaften, die in österreich bemängelt werden, ebenso fragwürdig finde - auf diese sensibilität bin ich stolz. selbst in sachsen, wo an jeder strassenlaterne zwei bescheuerte npd-plakate vor der letzten wahl prangten, gab es keinen erdrutschsieg.
yvo
ÖVP und die "radikale Großpartei"
Hallo Plani,
Ich bin nicht enttäuscht , sondern entsetzt darüber, wieviel Zustimmung A~ und R~ismus bei uns finden.
ad längerer Beitrag) ich schätze deinen Beitrag und diesen Diskurs, dafür war vorarlblog von Anfang an gedacht ;-)
Ich wollte einfach daran erinnern, keine Koalition mit der FPÖ einzugehen, da ich Politikeraussagen ein gesundes Maß an Skepsis entgegenbringe.
Während eine der ersten Aussagen, noch etwas unklar schienen, folgten inzwischen klarere Aussagen, daher bin ich einigermaßen beruhigt. Wenn auch die ÖVP Basis daran festhält, kann ich das nur begrüßen.
mlg!
Lesenswert
... in der Tat Eric. Du wirst vermutlich verstehen, dass ich nicht ganz so enttäuscht sein kann wie du vom gestrigen Wahltag. Natürlich, auch ich sehe die Entwicklung der FPÖ von einer (wenn wir uns ehrlich sind) bürgerlichen Kleinpartei zu einer radikalen Großpartei mit Erschrecken.
Ebenso sehe ich aber auch die Wortmeldung unseres Landeshauptmanns, den ich persönlich sehr schätze, in der er sich sofort nach der Wahl zum bereits vor dem Wahlgang angekündigten Koalitionsbruch mit der nach rechts außen abgedrifteten FPÖ bekennt. Ich weiß auch, dass diese Aktion bei Menschen, die im politischen Spektrum weiter links stehen, als ich dies tue, als nicht ausreichend oder als Augenauswischerei angesehen wird. Für mich persönlich jedoch war dies der richtige - ja, der einzig richtige - Schritt und ich bin wahrlich stolz auf diese klare Ansage. Auch wenn meine Partei die FPÖ in Vorarlberg in den vergangenen Jahren regierungsfähig gemacht hat, kann ich nun, nach dieser klaren Ansage wieder ohne bedenken zu unseren Werten und Idealen stehen.
Bitte verzeih mir, dass ich mich hier zu einem etwas längeren Beitrag habe hinreißen lassen, aber ich wollte an dieser Stelle nur einmal klar machen, dass wir ÖVP'ler nicht die "etwas besseren Rechten" sind, als die wir so gerne hingestellt werden.
Besten Dank für den hervorragenden Blogeintrag und liebe Grüße,
Plani
Wieso bekommt "blauer" keinen
Wieso bekommt "blauer" keinen namen?
ps: hab mit leo, im gegensatz zu dieter und helga, mit meinem neuen namen eh noch glück gehabt ;)
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