Integration aus der Sicht von Adnan Dincer

Über die Wichtigkeit der Integration sind wir vermutlich derselben Meinung. Die Integration ist eine Querschnittsmaterie, die alle Lebensbelange betrifft. Umso mehr sind ausnahmslos alle gefordert, einen Beitrag zu leisten, damit wir von dem Nebeneinander wegkommen, um im Miteinander ein harmonisches Leben zu führen. Hier müssen wir alle eine Vorraussetzung erarbeiten, die uns alle dazu bewegt, dass Integration funktioniert. Hierbei muss beachtet werden, dass es nicht zu einer Assimilation der Minderheitsgesellschaft kommt, denn das sind eine der größten Ängste, die Migranten haben.
Wir sollten die kulturelle Vielfalt als eine Bereicherung ansehen, uns gegenseitig akzeptieren und respektieren - nur so kann die Grundlage geschaffen werden, die ein harmonisches Miteinander erlauben. Beide, sprich die Mehrheitsgesellschaft und die Minderheitsgesellschaft, sind gefordert, die jeweilige Kultur, Identität, Religion der anderen seiner eigenen Gesellschaft näher zu bringen – der Dialog muss hier gefördert und unterstützt werden.
Die Migranten müssen in die einzelnen Arbeiten miteingebunden werden. Es kann nicht sein, besser sollte nicht sein, dass Projekte, Arbeiten ohne die Migranten erarbeitet werden, ohne dass diese mit eingebunden werden.
Wir müssen fordern und fördern, und nicht nur Deutschkurse und dabei sagen:“ Ja die Ausländer sollten Deutsch lernen“. Natürlich ist die Sprache die Basis für vieles , aber neben dem Spracherwerb sollten auch andere Maßnahmen realisiert werden.
Viele der Migranten haben sich für Vorarlberg bzw. Österreich entschieden, akzeptierten es als ihre Heimat, ausnahmen bestätigen die Realität. Fast alle der Aufenthaltsverfestigten bekennen sich zu diesem Land - sonst würden sie nicht sämtliche Investitionen der letzten Jahrzehnte in der früheren Heimat auflösen, das Geld nach Österreich transferieren um hier Grund und Boden zu erwerben.
Es ist ein Zeichen des Entschlusses für die Sesshaftigkeit. Können wir diesen Personen, die auch die österreichische Staatsbürgerschaft mit Aufgabe der bisherigen erworben haben, noch Ausländer bzw. Gastarbeiter nennen, sollten wir hier nicht ein Gefühl der Gleichheit vermitteln? Sind diese Personen nicht ein Teil dieser Gesellschaft, können unsere Kinder, bei deren Geburt, die Eltern bereits ÖsterreicherInnen waren bzw. sind, noch als Gäste, Türken, Jugoslawen… oder als Ausländer bezeichnen? Wird da nicht das Gefühl vermittelt, ihr gehört nicht zu uns! Was auch natürlich auch ein sehr großer Beitrag in der gegenseitigen Toleranz und Akzeptanz wäre, ist die Ablehnung von verallgemeinernden Urteilen über Ausländer. Es war der einzelne, aber nicht die Mehrheit, der als schwarzes Schaf in einer Volksgruppe auffiel.
Jeder sollte sich täglich die Frage stellen, was habe ich heute für ein friedliches Miteinander getan, welchen Beitrag habe ich für das Wohl aller geleistet? Müssen wir nicht alle, als Teil der Gesellschaft, für das Wohl aller einen Beitrag leisten?
Umso mehr wird für das Funktionieren des demokratischen Prinzips durch die Beteiligung aller Gesellschaftsschichten und der verschiedenen Personen, die Österreich als Lebensmittelpunkt ausgewählt haben, in das politische Geschehen von Bedeutung sein. Durch die Problemerläuterung der betroffen Gesellschaftsgruppe kann ein größerer Beitrag für das harmonische Miteinander geleistet werden.
Adnan Dincer











Kommentare
Kommentar hinzufügen